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Sonntag, 16. Juni 2013

Foto Technik: "Duell der Senioren...". Macro Shootout Asahi Pentax Super-Takumar 50mm f4 vs. Olympus Zuiko MC Auto 50mm f3.5





Bauart bedingt gibt es im Leica M-System keine Normal Objektive mit einer Naheinstellgrenze von deutlich unter einem Meter. Die Technik des Mischbild Entfernungssuchers erlaubt ein sauberes Fokussieren durch einen Sucher, der ja eben nicht wie ein Spiegelreflex Kamera Sucher durch das Objektiv schaut sondern durch ein eigenes Sucherfenster, nicht. Zu groß ist der Unterschied zwischen dem Bild was man durch diesen externen Sucher sieht und was die Kamera wirklich ablichtet: Stichwort Parallaxenfehler

Pech für den Nutzer der Leica Messsucher Kameras, Makros sind kaum machbar. Glück für uns Anwender der Ricoh GXR ist nun das unser Blick elektronisch durch den Sensor fällt und unsere Sicht identisch ist mit dem was die GXR aufnimmt. Wir dürfen nun also mit normalen Brennweiten das M-Bajonet der Ricoh nutzen und trotzdem Makros machen. Indem wir mittels Adapter nämlich feine Makro Objektive aus der Spiegelreflex Welt nutzen.

Da steht, wie letzte Woche im Bericht über das Helios Objektiv beim Punkt Anschlussmöglichkeiten schon erklärt (Auflagemaß), ja nun ein Meer von Objektiven zur Verfügung. Ausgewählt habe ich daraus nun zwei alte, sprich "Senioren" Objektive von Pentax und Olympus.

Beginnen wir mit dem älteren Vertreter der beiden und schauen uns das Pentax genauer an.

Asahi Super-Macro-Takumar 50mm f4


In fetter Vollmetall Bauweise (Gewicht etwas mehr als ein halbes Pfund) liegt das Asahi Objektiv in unserer Hand. Dieses 50mm f4 ist der Nachfolger des erste Makro Objektiv das Pentax in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts herstellte. Die Bezeichnung Super erklärt das es vergütete Linsen hat und die Seriennummer verrät uns ausserdem das es aus dem Jahr 1973 stammt. Die verbaute Optik ist eine Tessar-Rechnung mit 4 Elementen in 3 Gruppen, die Naheinstellgrenze beträgt 23cm und somit ergibt sich ein Abbildungsmassstab von 1:2. Das ist noch nicht ganz Makro, das wäre ein Massstab von 1:1, aber wir kommen schon mächtig nah ran.





Zuiko MC Auto-Macro 50mm f3.5




Als Sparringspartner nun ein etwas jüngeres Objektiv aus dem Hause Olympus. Das Zuiko ist etwas kleiner in der Bauform und mit 200gr auch etwas leichter. Die verbaute Optik mit 5 Elementen in 4 Gruppen ermöglicht eine Naheinstellgrenze von auch 23cm und somit ergibt ebenfalls ein Abbildungsmassstab von 1:2. Die Seriennummer verweist auf eine Produktion aus Anfang der 80er Jahre. Das Objektiv ist als moderneres Makro auch auf den Nahbereich gerechnet, besitzt aber sogenannte Floating Elements. Das heisst es verschiebt während des Fokussierens einzelne Linsengruppen relativ zueinander. Dadurch verändert es zwar auch seine Brennweite leicht, die Abbildung ausserhalb des Nahbereiches soll sich durch diesen technischen Kunstgriff aber deutlich verbessern.




Die Objektive werden nun mit ihren passenden Adaptern von einmal Bajonett Olympus OM und einmal M42 auf Leica M erweitert.





Und schon geht das los würde Fotofreund Paddy als echter Hamburger wohl sagen. Übrigens ein sehr empfehlenswerter und humorvoller  Blog über professionelle Fotografie in heutigen Tagen: http://neunzehn72.de/

Deswegen jetzt eine Auswahl von Bildern die mit gleicher, oder ähnlicher Blendeneinstellung gefertigt wurden.  Ähnlich, weil ich schon die Offenblend Leistung beider Objektive vergleichen wollte und deswegen f3.5 beim Olympus f4 beim Pentax gegen über gestellt habe.

Links im Bild immer das Olympus.

Offenblende






Blende f8, 100% Ansicht



Blende f11, 100% Ansicht



Die Auflösung erscheint mir sehr ähnlich. Häufig ist im Vergleich die absolute Lage des Fokus geringfügig anders. So ist eine Bewertung von Bilddetails leicht schwierig. Ich kann nach Sichtung von vielen Dutzend Fotos nur sagen das ich beide recht gleichwertig empfinde. Das Takumar hat einen Tick mehr Kontrast vielleicht? 
Auch ist die farbliche Abbildung einen Hauch wärmer. 
Beides nichts was man nicht im Lightroom seinem persönlichen Geschmack anpassen kann. 

Natürlich komme ich um einen Bokeh Test nicht herum. Ist mir doch persönlich die cremige Wiedergabe von Bildanteilen im Unschärfebereich immer sehr wichtig.

Bokeh bei Offenblende



Auch hier empfinde ich die Unterschiede persönlich als marginal. Beide Objektive sind durchaus in der Lage den Hintergrund bei zum Beispiel Portrait Aufnahmen angenehm zu gestalten. 

Fazit

Ich habe mich für den Verbleib des Olympus entschieden. Das Objektiv ist bei Nahaufnahmen (vielleicht) einen Hauch schwächer als das Takumar, aber es hat für mich persönlich einige Vorteile:

  • es ist kleiner
  • es ist leichter
  • es bildet auf Entfernung etwas besser ab
  • ich kann es an seinem eigenen Adapter verwenden und muss nicht wie beim M42er Takumar den Adapter teilen mit meinem M42er Helios Objektiv
  • der Blendenring befindet sich vorne am Objektiv, so wie bei meinen anderen Objektiven auch

Beides sind klasse Objektive und bei den aktuellen Gebraucht Preisen von ca. 100 bis 150 Euro pro Stück macht man nichts verkehrt. Ich darf also mit Respekt feststellen:

Alle Achtung was die beiden "Senioren" noch so auf die Foto Beine stellen!

Sonntag, 9. Juni 2013

Foto Technik: M42 Objektiv Zenit Helios 44m-6, 58mm f2. "Meister des Gewirbels"...



Einer der Hauptgründe warum ich so von der Kamera Ricoh GXR-M fasziniert bin, ist ihre Funktion der elektronischen Fokussierhilfen beim Anschluss mechanischer Objektive und die Tatsache das man an dem an ihr verbauten Leica M-Bajonett so ziemlich alles anschließen kann was vom Auflagemass her größer als das Leica M-Mass 27,5 mm ist. (Das Auflagemass definiert hierbei den Abstand von Film/Sensor Ebene zur Aussenfläche der Objektivfassung). Hier eine Aufstellung der möglichen Anschlusskandidaten für Leica M in mm:

Leica M Bajonett 27,80

Grösser ist und damit passend:

Kleinbild
  • Leica M39 Gewinde 28,80
  • Canon FD/FL 42,00
  • Minolta MD 43,50
  • Canon EOS 44,00
  • Minolta AF 44,50
  • Exakta 44,70
  • Contax/ Yashica 45,50
  • M42 45,50
  • Pentax K 45,50
  • Olympus OM 46,00
  • Nikon 46,50
  • Leica R 47,00
  • T2 mount 55,00
Mittelformat
  • Mamiya 645-Bajonett 63,30
  • Pentacon Six 74,10
  • Hasselblad Bajonett 74,90
  • Hasselblad Gewinde 82,10

Für das gewählte Objektiv wird also nun nur noch der mechanisch passende Adapter bestellt (eBay ist da eine schier unerschöpfliche Quelle) und schon kann es losgehen. 

Nehmen wir zum Beispiel das Bajonett M42. Diese über viele Jahrzehnte vor allem an Spiegelreflexkameras benutzte Anschlußnorm ist häufig auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. 

Ein besonders interessanter Vertreter ist nun das Zenit 44. Handelt es sich doch um eine russische Weiterentwicklung einer renommierten Zeiss Rechnung.
Das Helios 44 wurde ca. von 1958 bis ca. 1994 in der UDSSR gebaut, eigentlich ist die optische Rechnung eine Kopie des Carl Zeiss Biotar 58mm 2.0. Das 58mm f2 Helios ist eine feine und vor allem günstige Möglichkeit (es wird gebraucht ab ca. 30 Euro gehandelt) in die Welt der manuellen M-42 Objektive einzusteigen. Hat man doch, adaptiert an eine APS-C Kamera mit Crop 1.5, einen Blickwinkel der ca. 85mm Kleinbild entspricht.

Also eine interessante kurze Portraitbrennweite.

In Vollmetall gefertigt gibt uns das Objektiv sehr klar Auskunft darüber was man in der UDSSR von Foto-Feinmechanik verstand. Da klappert nix und Fokus- sowie Blendeneinstellung laufen satt und sauber.



Die Abbildung ist sehr gut. Schärfe und Auflösung passen durchaus in die heutige Zeit. Randunschärfen sind auszumachen, bei klassischer Portrait Anwendung aber zu vernachlässigen.

Eine Besonderheit des Objektives ist seine Wiedergabe von Unschärfe Bereichen. Ich habe (in taktloser Übersetzung des häufig bei englischen Fotofreunden benutzten Begriffes "Master of  Swirling Bokeh") es Oben ja als "Meister des Gewirbels" angekündigt. Bitte schön:





Wie vieles im Leben sicherlich Geschmacksache. Mir gefällt das Objektiv gerade weil es anders ist. Und in den klassischen Leistungskriterien wie Schärfe und Auflösung gibt es sowieso nichts auszusetzen.



Ziehe ich dann noch den günstigen Gebrauchtpreis hinzu, dann gibt es eine klare Empfehlung für das Helios 44. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Grün


Letzte Woche habe ich in einem Getreidefeld mein neues, "altes" Helios 44-M6 Objektiv ausprobiert. Dieses häufig sehr preiswert auf dem Markt angebotene 58mm Objektiv ist mit seinem M42 Schraubanschluß recht einfach an aktuelle Systemkameras zu adaptieren. Seine gute Lichtstärke von f2 ermöglicht Bilder mit einer sehr cremigen Wiedergabe. Die Kamera Ricoh GXR-M war bei dieser Aufnahme auf f2 mit einer Belichtungszeit von 1/850 Sekunde bei Iso 200 eingestellt.